Vorsellung: Antonio Strilic

Was, wenn Hundetraining viel weniger nur über unsere Hunde erzählt, als wir glauben?

Und gleichzeitig ziemlich viel über uns selbst?

In „Eine Hundewelt als Spiegel der Menschenwelt“ geht es um die Momente, in denen unser Hund nicht mitspielt. Wenn er bellt, zieht, stehen bleibt, jagt, Angst hat oder schlicht etwas anderes will als wir. Genau dann wird sichtbar, wie wir mit Kontrollverlust umgehen, wie schnell wir bewerten, welche Erwartungen wir an unser Gegenüber stellen und wie wir reagieren, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Dabei geht es nicht darum, Hunden eine besondere Fähigkeit zuzuschreiben, uns „etwas über uns selbst zu zeigen“. Es geht um etwas viel Alltäglicheres: Beziehung ist Wechselwirkung. Unser Stress beeinflusst Situationen. Unsere Erwartungen beeinflussen, was wir wahrnehmen. Unsere Reaktionen verändern wiederum das Verhalten unseres Gegenübers.

Der Vortrag verbindet Hundetraining deshalb mit einer sehr menschlichen Frage: Wie gehen wir mit einem Gegenüber um, das eigene Bedürfnisse, Grenzen, Emotionen und Vorstellungen mitbringt?

Es geht um Sicherheit, Kontrolle, Regulation, Verantwortung und Beziehung. Um den Unterschied zwischen einem Hund, der möglichst reibungslos funktioniert, und einem gemeinsamen Alltag, in dem beide Seiten Platz haben.

Und um die Frage, was passiert, wenn wir in schwierigen Momenten nicht nur versuchen, Verhalten zu verändern, sondern auch verstehen wollen, was gerade zwischen Mensch und Hund entsteht.

Eine Hundewelt als Spiegel der Menschenwelt ist damit kein Vortrag über perfekte Hunde. Oder den nächsten lerntheoretischen Durchbruch.

Es ist ein Vortrag über Beziehung. Und darüber, warum wir unseren Hund oft klarer sehen, wenn wir bereit sind, auch unsere eigene Rolle in dieser Beziehung anzuschauen. Eine Einladung, genauer hinzusehen. Auf unseren Hund, auf das, was zwischen uns entsteht, und vielleicht auch auf die Seiten in uns selbst, die gerade dann sichtbar werden, wenn nicht alles nach Plan läuft.

Thony ist Hundetrainer, Unternehmer, Ausbilder und Mitgründer von HUNDE FRAGEN UNS OG in Wien. Sein Weg ins Hundetraining begann dabei nicht mit dem Plan, irgendwann eine Hundeschule zu führen, sondern mit seinem eigenen Hund Finn und ziemlich vielen Fragen, auf die einfache Trainingsantworten irgendwann nicht mehr gereicht haben.

Bevor Hunde zu seinem Beruf wurden, arbeitete Thony mehrere Jahre in der IT, unter anderem an der Schnittstelle zwischen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Perspektiven und Sprachen. Rückblickend zieht sich genau das bis heute durch seine Arbeit: zuhören, verstehen, übersetzen und Räume schaffen, in denen sichere Entwicklung möglich wird.

Heute arbeitet er mit Mensch-Hund-Teams, bildet angehende Hundetrainer:innen aus und entwickelt mit HUNDE FRAGEN UNS (Hundeschule Donaustadt) eine Vorstellung von Hundetraining, die weit über das Erlernen einzelner Übungen hinausgeht. Training bedeutet für ihn Beziehung, Verantwortung, Emotionen, Bedürfnisse, Grenzen, Sicherheit und die Bereitschaft, die eigene Perspektive immer wieder zu hinterfragen.

Dabei interessiert ihn besonders, was Hunde in uns Menschen sichtbar machen. Wie reagieren wir, wenn etwas nicht nach Plan läuft? Wie viel Kontrolle brauchen wir? Welche Erwartungen stellen wir an unser Gegenüber? Und wer werden wir selbst, wenn wir unter Druck geraten) Thony möchte Menschen nicht dabei helfen, möglichst perfekte Hunde zu formen. Er möchte dazu beitragen, dass Menschen und Hunde einander besser verstehen, gemeinsam wachsen und eine Beziehung entwickeln können, in der beide Platz haben.

Gutes Hundetraining beginnt dort, wo wir aufhören, ausschließlich den Hund verändern zu wollen und neugierig darauf werden, was diese Beziehung auch mit uns selbst macht.

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Vorstellung: Amanda Hänni